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125 Jahre Weiltalbahn

Sonntag, 01.10.17  ab 11:00 - 17:00 Uhr
Veranstalter: Geschichts- und Heimatverein Rohnstadt e. V.
Foto: Wolfgang Metzler

Vor 125 Jahren wurde die Weiltalbahn von Weilburg bis Laubuseschbach fertig gestellt. Anläßlich des Jubiläums kann man vier Wochen eine Sonderausstellung im Dorfgemeinschaftshaus zu Rohnstadt vom 1. – 22. Oktober 2017 besuchen.

Zubringer zur Lahntalbahn
Der Bergbau auf Eisenerz und Dachschiefer war der Anlass, von Weilburg aus als Zubringer zur Lahntalbahn eine Bahnlinie zu bauen. Zahlreiche Erzgruben konnten ihre Ausbeute mit der Bahn in die Hochöfen nach Wetzlar oder bis in Ruhrgebiet verfrachten, welches zuvor nur mit Fuhrwerken oder per Drahtseilbahnen möglich war.

Bereits im Jahre 1891 war die Strecke bis Weilmünster eröffnet worden.
In nur einem Jahr verlängerte sich die Bahnlinie bis Laubuseschbach und wurde fortan immer als Hauptstrecke bezeichnet. Auch als 1909 die Querverbindung in Richtung Grävenwiesbach – Usingen - Bad Homburg - Frankfurt hinzukam, sprach man hier von der „Nebenlinie“. Die besagte „Hauptstrecke“ sollte ja auch weitergeführt werden durch das Laubustal über Wolfenhausen – Münster – Weyer mit Anschluss an die Bahn im „Goldenen Grund“ und darüber hinaus bis nach Kirberg. Der 1. Weltkrieg und das damit verbundene Grubensterben machten diesen Plänen allerdings einen Strich durch die Rechnung.

Personenbeförderung auf diesem Teilabschnitt bereits 1955 eingestellt
Der Personenverkehr zwischen Weilmünster über Haltestelle Rohnstadt bis Laubuseschbach hat nie eine sehr große Rolle gespielt. So war es auch nicht verwunderlich, dass die Personenbeförderung auf diesem Teilabschnitt bereits 1955 eingestellt wurde, seit etwa 1953 wurde die Strecke nur noch von sogenannten „Schienenbussen“ bedient. Etwas Güterverkehr für in Laubuseschbach ansässige Firmen lief noch bis 1968. Dann war endgültig aus und die Schienen wurden bereits im Winterhalbjahr 1968/69 abgebaut.

Retter der Nebenbahnen
Anders verlief der Verkehr noch zwischen Weilburg über Weilmünster in Richtung Usingen/Bad Homburg. Hier war noch bis Ende September1969 Personentransport, ebenfalls überwiegend mit Schienenbussen, die als „Retter der Nebenbahnen“ galten. Dann ging auch diese Ära nach nur 60 Jahren zu Ende. Die Schienen zwischen Weilmünster und Grävenwiesbach wurden schon bald zurück gebaut und das größte Bauwerk, die Brücke über das „Steinkerzbachtal“ bei Mönstadt fiel 1974 dem Schneidbrenner zum Opfer.

Erhaltung der Weiltalbahn zu touristischen Zwecken scheiterte
Damit war jede Möglichkeit, die Strecke noch einmal in Betrieb zu nehmen, vorbei. Bis zum Bahnhof Weilmünster wurde ab Weilburg noch ein geringer Güterverkehr aufrecht erhalten bis ca. 1990, dann kam das endgültige Aus. Ein in Weilburg gegründeter Verein „zur Erhaltung der Weiltalbahn“ zu touristischen Zwecken scheiterte an den großen Forderungen der DB, sechs Millionen DM wurden angeblich für die Strecke gefordert, was nicht zu schultern war. Heute nutzen Wanderer und Radfahrer die alte Trasse und noch mancher Zeuge aus der Zeit der Weiltalbahn kann am Trassenrand wieder entdeckt werden.




Foto: Wolfgang Metzler

Bilder und Dokumente der alten Bahnlinie gesammelt
Der Geschichts- und Heimatverein Rohnstadt e. V. sammelt schon seit vielen Jahren Bilder und Dokumente der alten Bahnlinie und dürfte eines der größten Archive besitzen.

An den 4 Sonntagen vom 1. Bis zum 22. Oktober jeweils von 11 bis 17 Uhr
kann die Ausstellung im Rohnstädter Dorfgemeinschaftshaus besichtigt werden. An Hand von Plänen Fotos, alten Zeitungsartikeln und zahlreichen Gegenständen wird die alte Bahnlinie noch einmal lebendig. In einer vereinfachten Form ist die gesamte Strecke als Model nachgebaut mit allen Bahnhöfen, Brücken und sonstigen Besonderheiten. Die von Jürgen Kauer im Original nachgebaute Talbrücke bei Mönstadt wird ebenfalls gezeigt.


Foto: Wolfgang Metzler

Auf Anfrage wird die Ausstellung auch gerne wochentags gezeigt,
Bei Interesse bitte die Telefon Nr. 06472/7921 (Wolfgang Metzler) anrufen oder unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! anfragen.

Eintritt
Erwachsene zahlen 5 Euro als Eintritt, Kinder ab 6 Jahren und Jugendliche zahlen 2 Euro.
Wir weisen auch darauf hin, dass fotografieren aus privatrechtlichen Gründen nicht erlaubt ist. Für Besucher besteht darüber hinaus die Möglichkeit zum Mittagessen und Kaffeetrinken.